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Ist Milch gesund

Ist Milch gesund ?

Jammer nicht über vergossene Milch 

Es gibt das berühmte Sprichwort: „Über vergossene Milch soll man nicht jammern.“ Und allen seriösen Studien nach zu urteilen, sollte man der Kuhmilch wirklich nicht nach jammern. Milch scheint ein sehr komplexes und kniffliges Getränk zu sein und die Frage wann und ob Milch gesund ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Es ist schwierig zu einer eindeutigen und absolut sicheren Einschätzung zu kommen, nicht zuletzt deshalb, da viele der Studien von der Milchindustrie selbst finanziert worden sind. Viele Studien zeigen positive Effekte des Milchkonsums auf, andere Negative und andere gar keinen Effekt. Eine eindeutige Aussage scheint schwer zu finden zu sein. Meine persönliche Meinung nach dem Wälzen von vielen Berichten und Studien ist folgende. Ich habe immer viel Milch getrunken und tue es nun nicht mehr. Warum das so ist, sollt Ihr im Folgenden erfahren.

Studien zu Milch und der Einfluss der Milchindustrie

Im Großen und Ganzen hat Milch immer noch ein relativ positives Image. Wie eine große Meta-Meta Studie der Franzosen gezeigt hat, stufen die meisten Studien Milch immer noch als neutral ein. Meta-Studien fassen verschiedenen Einzelstudien zusammen, um so ein Gesamtfazit zu liefern. Viele Studien kommen wie erwähnt zu einem positiven Ergebnis. Wichtig ist es also, sich einmal im genaueren die Sponsoren der einzelnen Studien anzuschauen. Nicht zuletzt gilt auch bei solchen zusammenfassenden Studien das Prinzip – Shit in Shit out!

Interessant bei der Beobachtung der verschiedenen Studien ist, dass diejenigen Untersuchungen, die nicht durch die Milchindustrie gesponsert wurden nahelegen, dass Milch nicht so gesund ist wie so oft propagiert wird. Damit es ein wenig einfacher wird einzuschätzen, warum dies so ist, bringen wir ein wenig Kontext rein. Tierisches Protein ist nicht unbedingt das Beste für einen erwachsenen Menschen. Dieses belegen viele Langzeitstudien wie zum Beispiel die von Mingyang Song am Harvard Medical School in Boston die im Fachmagazin Jama Internal Medicine veröffentlicht wurde.

NOT YOUR MOM

NOT YOUR MILK

Milch – Ein Wachstumssaft

Die handelsübliche Kuhmilch die wir trinken könnte man überspitzt als eine Art Turbo-Proteindrink bezeichnen. Die Aminosäuren gelangen sehr schnell ins Blut und aktivieren hier sämtliche molekularen Wachstumsschalter wie z.B. Insulin, IGF-I und mTOR. In anderen Worten ausgedrückt ist Milch somit ein Wachstumssaft. Per se ist dies ja auch nichts Schlechtes. Wenn wir z.B. als Babys wachsen wollen ist die gute alte Muttermilch das perfekte Getränk für uns, von derer wir uns Monatelang ausschließlich ernähren können.

Was jedoch ein wenig unüblich ist, dass wir Menschen im Gegensatz zu Tieren dieses Getränk auch noch im Erwachsenenalter konsumieren. Darüber hinaus sprechen wir hier auch nicht über die gute alte Muttermilch, die wir als Kind zu uns genommen haben, sondern über die Milch einer anderen Spezies. Dies ist ein nicht zu verachtender relevanter Fakt.  Verglichen zur Muttermilch enthält ein Glas Kuhmilch fast dreifach soviel Protein (ca. 3,4 Gramm vs. 1,2 Gramm) pro 100 Milliliter)). Darüber hinaus werden wir mit der vierfachen Menge an Kalzium versorgt. Im Vergleich, ein Baby braucht rund 180 Tage um sein Gewicht zu verdoppeln, ein Kalb nur 40.

Wenn wir als ausgewachsene Menschen also in einem Lebensabschnitt, in dem wir nicht mehr wachsen, ein Turbo-Wachstumsgetränk zu uns nehmen bedeutet dies nichts Gutes. Als Faustregel lässt sich folgendes festlegen. Wachstumsfaktoren bei erwachsenen treiben den Alterungsprozess des Körpers nach vorne. Darüber hinaus vertragen viele Erwachsene, zumindest im weltweiten Vergleich, Milch auch gar nicht. Als Babys können wir Laktose noch sehr gut verdauen. Als Erwachsene nimmt dies stetig ab, da das Verdauungsenzym Laktase, was dazu führt, dass unser Darm Laktose verdauen kann, nicht mehr oder nur noch geringfügig aktiv ist. Dies betrifft vor allem einen Großteil der asiatischen Bevölkerung. In Deutschland liegen diese Zahlen von Laktose-Intoleranz bei ca. 15-20 %. Da die Laktose-Intolerante Gruppe mit Durchfall und Blähungen auf den Konsum von Milch reagiert, verzichten Sie lieber auf dieses Getränk.

Ist Milch essenziell für den Menschen?

Nun muss man sich eine wichtige Frage stellen. Sollte Milch wirklich essenziell und super gesund für uns sein, wie ergeht es dann den Menschen die Aufgrund einer Intoleranz keine Milch zu sich nehmen können? Geht es Ihnen schlecht, fehlt es Ihnen an etwas? Ganz im Gegenteil. Diesen Menschen geht es sogar oft ohne Milch besser. Wieso? Weil Ihr Risiko für z.B. eine Erkrankung durch Lungen,- Eierstock,- und Brustkrebs gesenkt wird. Milch enthält bzw. aktiviert wie eingangs beschrieben sämtliche Wachstumskräfte wie Insulin, IGF-I und mTOR die nicht zuletzt das Krebswachstum stimulieren können.

Bis vor geraumer Zeit gab es auch noch keine aussagekräftigen Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Sterblichkeitsrisiko oder weiterem Leiden im Alter durch den Konsum von Milch so richtig bestätigen konnten. Ein schwedisches Forscherteam konnte jedoch den Zusammenhang zwischen einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko und Milchkonsum ziehen – ganz ohne das dies von der Milchindustrie gesponsert wurde. Dies wäre sicherlich auch nicht in deren Interesse gewesen. Die Untersuchung wurde an über 100.000 Menschen durchgeführt und wurde im Jahre 2017 im Americal Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht. Für die, die das Magazin nicht kennen – Es ist eines der einflussreichsten Ernährungsfachmagazine der Welt.

To make a long Story Short… das Ergebnis der Studie war folgendes. Menschen die viel Milch trinken haben ein 32 % erhöhtes Risiko zu sterben. Um dies ein wenig ins Verhältnis zu setzen. Probanden die 2,5 Gläser Milch (täglich) zu sich nahmen haben ein erhöhtes Sterberisiko als die Probanden, die nur 1 Glas Milch (wöchentlich) oder weniger tranken. Interessant war auch zu beobachten, dass sich dieses Ergebnis bei fermentierten Milchprodukten umdrehte. Sprich wer mehr Käse oder Joghurt zu sich nahm, kann mit einem längeren Leben rechnen. Warum? Dazu ist die Studienlage noch nicht zu 100% eindeutig. Es ist aber wahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass sich die Milchsäurebakterien in Käse und Joghurt günstig auf die Darmflora auswirken und so die negativen Effekte durch die Proteine ausgleichen.

Fazit

Es ist nicht ganz leicht ein ultimatives Fazit aufgrund der Fragmentierten Studienlagen zu treffen. Aufgrund der vielen Studien die eher ein negatives Licht auf Milch werfen, und nicht durch die Milchindustrie gesponsert wurden, habe ich für mich entscheiden auf Milch zu verzichten. Ich habe mich mittlerweile mit sämtlichen Alternativen wie Hafer,- Kokos,-Dinkel,- oder Mandelmilch gut angefreundet. Um im Alter fit und gesund zu bleiben, brauchen wir kein Milchgetränk. Auch wenn Milch viel Kalzium enthält, brauchen wir nicht Kalzium im Übermaß um unsere Knochen gesund und stabil zu halten. Alleine die Milliarden von Chinesen die keine Milch vertragen und im hohen Alter nicht alle im Rollstuhl sitzen oder mit gebrochenen Knochen rum laufen sollte uns klar machen, dass wir für kräftige Knochen nicht unbedingt auf eine stetige Milchzufuhr angewiesen sind. Im Gegenteil. Eine weitere schwedische unabhängige Studie welche im British Medical Journal erschien deckte auf, dass ein hoher Milchkonsum in der Tendenz mit mehr Knochenbrüchen einherging. Auch ist wichtig zu erwähnen, dass es bei dieser Studie verbunden Sterblichkeitsrisiko spezifisch auf den Milchkonsum zurück zu führen war, nicht auf den Konsum von z.B. Joghurt oder Käse. Um starke gesunde Knochen zu haben bist du nicht auf den Konsum von Milch angewiesen. Auch wenn Milch natürlich potentiell helfen kann. Mein Rat an dieser Stelle. Am besten begrenzt du den Milchkonsum auf ein Minimum. Die Wahl sollte dann am besten auf die gute Bio-Heumilch fallen.

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